Innerhalb der Kampfkünste (chin. Wushu) wird Tai Chi Chuan (oder Taijiquan, je nach Schreibweise) zu den inneren Kampfkünsten (chin. Neijia) gerechnet. Als legendärer Begründer der inneren Kampfkünste und damit auch des Taijiquan wird Zhang Sanfeng betrachtet. Der Legende nach entdeckte er die Prinzipien der inneren Kampfkünste in den Wudang-Bergen, nachdem er den Kampf zwischen einer Schlange und einem weißen Kranich beobachtet hatte. Zhang Sanfeng soll zwischen dem 10. und 14. Jahrhundert gelebt haben, aber seine historische Existenz ist nicht belegt.

Die Geschichte der sogenannten Familienstile lässt sich etwa bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts verlässlich zurückverfolgen. Auf diesen Stilen beruht der Großteil der heutzutage im Westen praktizierten Stile.

Damals schrieb Qi Jiguang "Die 32 Arten der Boxformen". Obwohl darin kein Taijiquan erwähnt wurde, enthält das Buch dennoch einige Bezeichnungen für Techniken, die auch heute noch im Taijiquan zu finden sind.

Mitte des 17. Jahrhunderts entwickelte Chen Wangting im Dorf Chenjiagou aus seinen bestehenden Kenntnissen der Kampfkünste einen inneren Boxstil. Wie intensiv die Einflüsse anderer Künste auf diesen Boxstil tatsächlich waren, ist jedoch nicht mehr nachzuvollziehen. Einer anderen Überlieferung zufolge brachte ein Reisender namens Chiang Fa den Stil nach Chenjiagou. Nachdem er sich dort erfolgreich einigen Herausforderungen gestellt hatte, wurde er darum gebeten, seinen Stil zu lehren.

Seit dieser Zeit wurde der Boxstil zunächst als Familiengeheimnis weiterentwickelt und tradiert. Wang Tsungyueh wird ein Text zugeschrieben, in dem zum ersten Mal der Begriff Taijiquan für den Boxstil verwendet wird.

Das Taijiquan der Chen-Familie wurde in der ersten Hälfte des 19. Jahrhundert erstmals an einen Außenstehenden weiter gegeben: Chen Changxing (1771-1853) akzeptierte Yang Luchan (1799-1872) als Schüler im inneren Kreis der Familie. Yang Luchan entwickelte das Gelernte weiter und wurde zum Begründer des Yang-Stils. Dieser unterrichtete auch Schüler, die nicht zu seiner Familie gehörten und so entstanden neben dem Yang- und dem Chen-Stil auch noch der Wu-Stil und der Sun-Stil.

Der berühmteste unter Yang Luchans Nachkommen wurde Yang Chengfu (1883 - 1936). Dieser veränderte wiederum die Taiji-Form seiner Vorfahren, modifizierte sie, indem er dynamische Bewegungen herausfilterte und begann, sie im ganzen Land zu verbreiten. Implizit ist nachvollziehbar, dass die landesweite Verbreitung eines Stiles erfordert, ihn in mehrfacher Hinsicht zu vereinfachen.

Diese von ihm entwickelte Form wurde bekannt als der Yang-Stil, von manchen gerne der "alte traditionelle Yang-Stil" genannt. Yang Chengfu gab seine Lehren an seine Söhne und Meisterschüler weiter, hier zu nennen ist u.a. Cheng Man-Ching, der Taiji als einer der ersten auch im Westen in der nach ihm benannten Cheng Man-Ching-Form verbreitete.

TaiChiSchwertStark zur Verbreitung des Taijiquan in China und im Westen trug die 1956 von offizieller Seite in der VR China eingeführte Form mit 24 Bildern (Pekingform) bei. Diese Form basiert auf dem Yangstil.

Im Zuge der Versportlichung des Taijiquan entstanden immer wieder neue, zumeist kürzere Formen, sowie Wettkampfformen bis hin zu dem "letzten Schrei", den Syntheseformen, die ein buntes Allerlei aus allen Stilen darstellen, aber wohl kaum noch die Essenzen der Stile vermitteln können. “Nicht alles was gut ist, ist hübsch anzusehen. Nicht alles, was hübsch anzusehen ist, ist gut.”

In der Kampfkunst- und Gesundheitsschule Fürth werden die Form nach Cheng Man-Ching und die sog. Peking-Form gelehrt. Auch eine Schwertform wird unterrichtet.

Qi-Gong als Atemgymnastik und Energiearbeit sind ebenfalls integraler Bestandteil des Trainings.

 

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